Päckchen packen für "Hope for Children " des Human Aid Collective e.V. in Chemnitz

Anfang Januar 2020 fragte ich in unserer Teamberatung die Lehrer/innen und Erzieher/innen der Europäischen Grundschule Lichtenstein nach ihrer Meinung zu einer Hilfsaktion, um die Initiative "Hope for Children" in Chemnitz zu unterstützen. Obwohl gerade erst im Dezember durch unsere Schule eine beachtliche Geldsumme an Familie Dr. Löffler für deren Aktivitäten in Kenia gespendet wurde, stieß ich durchweg auf positive Resonanz.

Im darauffolgenden Treffen mit den Schülersprechern unserer Schule staunte ich über deren empathische, aufgeschlossene und doch kritische Haltung. "Man sollte dort den Krieg beenden und in dem Land selbst helfen.", sagte ein Schüler, als wir über die Situation der Flüchtlinge auf Kreta sprachen. Dass es weltweit Krisenherde und verzweifelte Menschen auf der Flucht gibt, war den Kindern bekannt. Ungeachtet dessen, wie man darüber denkt, dass Menschen vor Menschen fliehen müssen und welche politischen Entscheidungen man selbst gern durchsetzen würde, ist jetzt für die Menschen, die es geschafft haben, das nackte Leben zu retten, Hilfe nötig. Daran gab es für unsere Kinder keinen Zweifel.

Also trugen die Schülersprecher die Idee in die Klassen, es wurde ein Elternbrief herausgegeben und zu sammeln begonnen. Täglich wurden vor unserer Info - Tafel im Schulhaus Kisten und Taschen abgegeben, täglich wurde diskutiert: Was darf hinein, was muss, was nicht?

Bald war der Mehrzweckraum unserer Schule ein Sammellager, in dem hoch gestapelt wurde. Nach den Winterferien packte ich gemeinsam mit den Schülersprechern die ersten Päckchen. Manchmal war es schwierig zu entscheiden, was für welches Alter angemessen ist.

Unterstützt von den Erzieher/innen, die unermüdlich sortierten und aufräumten, in unterrichtsfreien Zeiten gemeinsam mit den Kindern packten, Decken bezogen und Säcke stopften, wurde alles verpackt, zugeklebt und beschriftet. Überrascht von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus lagerte alles halbfertig in unserem Mehrzweckraum und mahnte. Die Kollegen und Kolleginnen der Notbetreuung erbarmten sich und beendeten das große Packen.

Dank der unkomplizierten Hilfe des HELMNOT e.V., dessen Chef Dirk Grünig uns ohne zu zögern einen Transporter und einen Mitarbeiter zur Verfügung stellte, konnten wir am Mittwoch, dem 8.4.2020, endlich die gesammelten Hilfsgüter und die liebevoll gepackten Päckchen nach Chemnitz, in das Zwischenlager von Hope for Children bringen.

Dort nahmen zwei sehr freundliche Mitarbeiterinnen die Sachen entgegen. Im nächsten Transport werden unsere Päckchen auf die Reise gehen.

Es ist geschafft. 57 Kartons und 22 Säcke mit Hilfsgütern kamen zusammen. Leer wirkt plötzlich unser Mehrzweckraum...

Ein dickes, fettes "Dankeschön" an alle Spender und Spenderinnen, an unsere Kinder, meine Kollegen und Kolleginnen, HELMNOT e.V. und ganz besonders an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Human Aid Collective e.V. Chemnitz, die es uns ermöglichen, helfen zu können.

 

Ina Franke,

Erzieherin an der Europäischen Grundschule

Lichtenstein